Busschule macht Kinder fit für den Schulweg

Aschaffenburg, 29.08.2008

Richtiges Bus fahren will gelernt sein. Das wissen jetzt auch alle 284 Viertklässler im Bachgau, für die die Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) in den letzten Tagen eine Busschule für den sicheren Schulweg durchführte.

Wenn Kinder nach der vierten Klasse regelmäßig alleine den Bus zur Schule nutzen, fahren oft Angst und Unsicherheit mit. An Haltestellen drängeln sich die Schüler und schubsen sich vor die Fahrzeuge. Am Ziel laufen sie vor den Bus, um schnell die Straße zu überqueren – ohne zu ahnen, dass Auto- und Busfahrer sie dort nicht sehen können. Vertraut mit den wichtigen Verhaltensregeln, wird den Kindern dieser neue Schritt sicher leicht fallen.

Ziel der Busschule ist, den Zehnjährigen binnen zweier Schulstunden zu vermitteln, wie sie sicher mit dem Verkehrsmittel Bus zur Schule kommen und wie sie sich während der Fahrt angemessen verhalten. Die Schüler lernen mögliche Gefahren kennen – und wie sie einen Bogen darum machen können.

Die VU-Busschule bereitete die Schüler spielerisch auf den Schulweg im Bus vor. Zur Einstimmung wurde den Schülern der achtminütige VU-Schulungsfilm mit dem Titel „Cool ist was anderes“ gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte des Jugendlichen Fabian, der immer spät dran ist und durch sein Verhalten am Bus sich und andere gefährdet. Fabian drängelt, schubst und ärgert die anderen. Doch seine Mitschüler und der Busfahrer zeigen ihm, wie man sich richtig verhält.

Im praktischen Sicherheitstraining lernen die Kinder im bereit gestellten VU-Bus, wie sie sich vor, hinter und im Bus sicher bewegen. Die Schüler üben an der Haltestelle geordnetes Ein- und Aussteigen und erfahren, wie wichtig es ist, im Bus immer den richtigen Halt zu haben. Am Beispiel der Kunststoff-Tonne „Tonni Haltlos“, die ungesichert im Mittelgang des Busses steht, sehen sie, was bei einem Bremsmanöver passieren kann. Zum Abschluss lernen die Schüler alle Hinweisschilder im Bus kennen und erfahren, was zu tun ist, wenn der Bus in einen Unfall verwickelt wird und sie den Bus verlassen müssen. Dann ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten und die Sicherheitseinrichtungen des Busses zu kennen und nutzen zu können.

An der Grundschule Pflaumheim fand in diesem Jahr ebenso wie in Wenigumstadt die erste VU-Busschule statt, in Großostheim und Ringheim startete bereits die zweite bzw. dritte Schulung. „Die Kinder waren überrascht, als Tonni Haltlos bei der Vollbremsung durch den Bus kullerte. So konnten sie eindrucksvoll erleben, wie wichtig es ist, sich im Bus festzuhalten“, schildert Andrea Wilm, Lehrerin der Grundschule Pflaumheim ihren Eindruck von der VU-Busschule. Andrea Wilm war überrascht, dass die Schulung so umfassend war und alle wichtigen Forderungen den Kindern anschaulich vermittelt wurden, sei es mit dem Film oder durch die eigene Beobachtung.

„Wer heute dabei war und gesehen hat, wie der volle Wasserkanister unter dem Busrad einfach zerplatzt, der wird sicher dafür sorgen, dass er den Sicherheitsabstand einhält.“ erklärt die Lehrerin. Ebenfalls fand sie es wichtig, dass die Kinder erlebt haben, was sie tun müssen, wenn größere Schüler sich falsch verhalten oder jemand in Gefahr ist. Auch der Busfahrer Alfred Rochner freute sich, wie aufmerksam und begeistert die Schüler das Sicherheitstraining am und im Bus verfolgten. „Solche Schüler wünscht man sich im täglichen Schulbusverkehr, da macht Bus fahren so richtig Spaß.“ so Alfred Rochner.

Seit mehreren Jahren führt die Verkehrsgesellschaft Untermain in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg Busschulen durch. Eltern und Lehrer, die mehr Informationen zur Busschule erhalten möchten, können sich direkt an die VU wenden. Ansprechpartner ist Herr Thomas Gärtner (Telefon 06021/3392-37 oder E-Mail: info@vu-gmbh.de).