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VU setzt die Ausbildung von Schülern fort: Neue Busbegleiter in Hösbach
Morgendliche Fahrten im Schülerverkehr verlaufen nicht immer reibungslos. Randale, Streitigkeiten, Auseinandersetzungen an Haltestellen oder während der Fahrt im Bus sind an der Tagesordnung. Durch Drängeln und Schubsen beim Einsteigen verzögert sich die Abfahrt der Busse an den Haltestellen unnötig. Dazu kommen während der Fahrt Sachbeschädigungen und Verschmutzungen in den Bussen. Die Folge ist Unzufriedenheit bei allen Beteiligten: Schülern, Eltern, Lehrern und Verkehrsunternehmen.
Aschaffenburg, 10.04.2008
Die Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) hat in Hösbach neue Busbegleiter ausgebildet. Vier Mädchen und elf Jungen der achten und neunten Klassen der Staatlichen Realschule Hösbach und des Hanns-Seidel-Gymnasiums Hösbach haben eine Ausbildung zum Busbegleiter absolviert und nehmen am Donnerstag, 10. April 2008, ihre Zertifikate und Ausweise in Empfang.
Nach der Ausbildung sollen die Schüler auf dem Weg zur Schule, den sie im Bus zurücklegen, dazu beitragen, für eine sichere und gute Fahrt für alle im Bus zu sorgen und ein gutes Miteinander aller Beteiligten zu erreichen.
"Die Ausbildung soll die Schüler in die Lage versetzen, Konfliktsituationen zwischen anderen Schülern gewaltfrei zu lösen", erläutert VU-Mitarbeiter Thomas Gärtner. Das Busbegleiter-Training umfasst etwa 18 Schulstunden und dauert rund fünf Wochen. Die Auswahl der Schüler erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Schüler lernen in Rollenspielen praxisnah im bereitgestellten VU-Bus, wie sie problematische Situationen im Bus oder an Haltestellen entschärfen können. „Wir machen Übungen zur Körpersprache, zu Kommunikationstechniken und sicherem Auftreten,“ beschreibt Thomas Gärtner die Trainingsinhalte. „Die Jugendlichen sind nicht für alles was im Bus passiert verantwortlich,“ erklärt der VU-Trainer. „Sie sollen weder Ersatzkontrolleure noch Sicherheitskräfte darstellen, sondern als Bindeglieder zwischen den Beteiligten auftreten.“
Neben der fundierten Ausbildung ist eine enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Schulen sehr wichtig. Die Betreuungslehrer Christian Gerlach von der Realschule und Jochen Schmitt vom Hanns-Seidel-Gymnasium stehen den engagierten Jugendlichen als ständige Ansprechpartner zur Verfügung. „Für uns ist wichtig, dass unsere Schüler Verantwortung übernehmen und lernen, Konflikte selbst zu regeln,“ betont Christian Gerlach. Er glaubt, dass die neue Aufgabe den Jugendlichen viel bringt, vor allem eine Stärkung ihrer Zivilcourage und ihres Selbstbewusstseins. Christian Gerlach begrüßt, dass das Projekt auf die Verständigung Gleichaltriger setzt, um die Probleme auf dem Schulweg zu lösen. "Es ist entscheidend, dass Jugendliche von Mitschülern erfahren, wie sie sich im Bus verhalten sollen", meint der Pädagoge.
"Wir hoffen, dass die Busbegleiter das Gelernte an den Bushaltestellen und in den Schulbussen anwenden und Mut zum Handeln haben", sagt Thomas Gärtner. Ab sofort werden die Schüler auf den VAB-Buslinien 7, 20, 23, 27 und 41 ihren Dienst als Busbegleiter antreten. Ende April findet dann ein so genannter "Feedbacktag" mit dem VU-Trainer und den Betreuungslehrern statt, damit die Schüler ihre ersten Erlebnisse und Erfahrungen als Busbegleiter weitergeben können.
Nach den Pfingstferien werden in Hösbach weitere Busbegleiter ausgebildet. Interessierte Schüler können sich bei den Betreuungslehrern Gerlach und Schmitt für das Ausbildungsprojekt anmelden. Ziel ist, zahlreiche weitere Busbegleiter auszubilden, um die Atmosphäre in den Bussen nachhaltig zu verbessern.